Kosten & Planung

Lohnt sich Google Ads für mein KMU? So rechnest du es

Von Mauro Zoffoli · Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Die drei Zahlen, die du brauchst
  2. Die Rechnung
  3. Beispiel 1: Badsanierung
  4. Beispiel 2: Ästhetische Behandlung
  5. Wann sich Google Ads eher nicht lohnt
  6. Rechne es mit deinen Zahlen
  7. Häufige Fragen

Die drei Zahlen, die du brauchst

  • Deckungsbeitrag pro Kunde: Was dir von einem Auftrag nach Material, Wareneinsatz und direkten Kosten bleibt. Nicht der Umsatz. Kommen Kunden wieder, zählt der Wert über die ganze Kundenbeziehung.
  • Abschlussquote: Wie viele von 100 Anfragen werden zu Kunden? Schau in deine Offerten der letzten Monate. Typisch sind je nach Branche 15 bis 50 %.
  • Anfragequote: Wie viele von 100 Website-Besuchern fragen an? Bei Dienstleistungen sind 3 bis 10 % realistisch, mit einer schwachen Seite weniger.

Die Rechnung

Höchstpreis pro Anfrage = Deckungsbeitrag × Abschlussquote
Höchstpreis pro Klick = Höchstpreis pro Anfrage × Anfragequote

Bis zu diesen Werten bleibt jeder Kunde im Gewinn, bevor die Betreuung bezahlt ist. Damit sich das Ganze lohnt, sollten die echten Kosten deutlich darunter liegen. So bleibt Spielraum für Betreuung, schwächere Monate und deinen eigenen Gewinn.

Beispiel 1: Badsanierung

Durchschnittlicher AuftragCHF 25'000
Deckungsbeitrag (20 %)CHF 5'000
Abschlussquote15 %
Höchstpreis pro AnfrageCHF 750
Anfragequote der Website4 %
Höchstpreis pro KlickCHF 30

Klicks auf «Badsanierung Zürich» kosten deutlich weniger als CHF 30. Selbst wenn nur ein Auftrag pro Monat zustande kommt, ist die Werbung bezahlt. Hier lohnt sich Google Ads fast immer, sofern du Kapazität für die Aufträge hast.

Beispiel 2: Ästhetische Behandlung

Deckungsbeitrag pro BehandlungCHF 300
Behandlungen pro Kundin im ersten Jahr2
Wert der Kundin im ersten JahrCHF 600
Abschlussquote nach Beratung40 %
Höchstpreis pro AnfrageCHF 240
Anfragequote der Website6 %
Höchstpreis pro KlickCHF 14.40

Auch das funktioniert, aber nur, wenn du Wiederkehrer mitrechnest. Zählt man nur die erste Behandlung, sinkt der Höchstpreis pro Klick auf CHF 7.20. Deshalb ist es so wichtig, mit dem Wert eines Kunden zu rechnen und nicht nur mit dem ersten Umsatz.

Wann sich Google Ads eher nicht lohnt

  • Tiefe Marge, kleiner Auftrag, keine Wiederkehr: Wenn dir pro Kunde CHF 50 bleiben, wird es mit Klickpreisen ab CHF 2 sehr eng.
  • Niemand sucht danach: Neue Produkte, die noch keiner kennt, findet man nicht über die Suche. Hier sind Social Ads oft der bessere Kanal.
  • Keine Kapazität: Bist du auf Monate ausgebucht, sind zusätzliche Anfragen wertlos. Dann lieber pausieren oder gezielt nur die lukrativsten Aufträge bewerben.
  • Die Website überzeugt nicht: Ohne klare Botschaft, Referenzen und einfache Kontaktmöglichkeit fragt kaum jemand an. Dann zuerst die Seite verbessern.

Rechne es mit deinen Zahlen

Mit dem Rentabilitätsrechner auf der Startseite setzt du Budget, Klickpreis, Quoten und Deckungsbeitrag ein und siehst sofort, was nach Werbekosten übrig bleibt. Für die Klickpreise in deiner Branche hilft der Artikel Was kostet Google Ads in der Schweiz?

Lass uns deine Zahlen durchrechnen

Im Ads-Check rechne ich mit deinen echten Werten und den Klickpreisen in deiner Region. Du weisst danach, ob Google Ads sich für dich lohnt, bevor du einen Franken ausgibst.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Deckungsbeitrag?

Umsatz ist, was der Kunde bezahlt. Der Deckungsbeitrag ist, was dir davon nach Material, Wareneinsatz und anderen direkten Kosten bleibt. Werbung muss aus dem Deckungsbeitrag bezahlt werden, deshalb rechnest du damit.

Ich kenne meine Abschlussquote nicht. Was nun?

Zähle die Anfragen und Aufträge der letzten drei bis sechs Monate. Eine grobe Schätzung reicht für den Start. Nach den ersten Wochen mit Google Ads hast du echte Zahlen und kannst die Rechnung schärfen.

Ab wann sehe ich, ob die Rechnung aufgeht?

Die ersten Anfragen zeigen dir die Kosten pro Anfrage. Ob daraus Kunden werden, siehst du je nach Verkaufszyklus nach einigen Wochen bis Monaten. Plane mindestens zwei bis drei Monate für eine faire Beurteilung ein.