Kosten & Planung

Google Ads selber machen, Agentur oder Freelancer?

Von Mauro Zoffoli · Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Selber machen: günstig, aber mit Lernkurve
  2. Agentur: breit aufgestellt, oft weniger persönlich
  3. Freelancer: ein Ansprechpartner, der selbst arbeitet
  4. Die drei Wege im Vergleich
  5. 7 Fragen vor jedem Vertrag
  6. Mein Fazit
  7. Häufige Fragen

Selber machen: günstig, aber mit Lernkurve

Ein Google-Ads-Konto ist in einer Stunde eröffnet. Google führt dich durch die Einrichtung und schlägt Einstellungen vor. Genau dort liegt die Falle: Viele Standardeinstellungen sind darauf ausgelegt, dass dein Budget ausgegeben wird, nicht dass du profitable Kunden gewinnst.

Die häufigsten Fehler, die ich in selbst eingerichteten Konten sehe:

  • Kein Conversion-Tracking: Google weiss nicht, welche Klicks zu Anfragen führen, und optimiert auf Klicks.
  • Zu breite Suchbegriffe ohne Ausschlüsse: «Badsanierung» erscheint dann auch bei «Badsanierung selber machen» oder «Badsanierung Lehrstelle».
  • Displaynetzwerk in Suchkampagnen aktiv: Deine Anzeigen laufen zusätzlich als Banner auf Websites und Apps, oft mit wenig Wirkung.
  • Automatisch angewendete Empfehlungen: Google ändert Budget, Suchbegriffe oder Gebote selbstständig, ohne dass du es merkst.
  • Falsches Gebiet: Standardmässig zählen auch Personen, die sich nur für deine Region «interessieren». So kommen Klicks aus dem Ausland.

Selber machen lohnt sich, wenn dein Budget klein ist, dein Angebot einfach und du jede Woche ein bis zwei Stunden investieren willst. Rechne deine eigene Zeit dabei ehrlich mit ein.

Agentur: breit aufgestellt, oft weniger persönlich

Eine Agentur bringt ein Team mit: Strategie, Kampagnen, Grafik, Text, oft auch Website und Social Media. Das ist wertvoll, wenn du viele Kanäle gleichzeitig bespielen willst oder laufend neue Werbemittel brauchst.

Die Nachteile sind ebenso typisch: Verkauft wird oft vom Senior, betreut vom Junior. Mindestlaufzeiten von sechs oder zwölf Monaten sind verbreitet. Und manche Agenturen führen Kampagnen in ihrem eigenen Konto, sodass Daten und Lernerfahrung bei einem Wechsel verloren gehen.

Freelancer: ein Ansprechpartner, der selbst arbeitet

Beim Freelancer sprichst du mit der Person, die auch im Konto arbeitet. Entscheidungen sind kurz, Kosten meist tiefer als bei einer Agentur mit gleicher Erfahrung. Der Nachteil: Kapazität und Stellvertretung sind begrenzt. Frag deshalb, wie Ferien und Ausfälle geregelt sind und wer im Notfall Zugriff hat.

Die drei Wege im Vergleich

SelberAgenturFreelancer
Kosten ausser BudgetDeine ZeitMeist am höchstenMittel
AnsprechpartnerDuWechselnd, oft TeamImmer dieselbe Person
Erfahrung aus anderen KontenKeineHochHoch, oft spezialisiert
Kanäle und KreationBegrenztBreitFokussiert
Typische BindungKeineOft 6–12 MonateOft monatlich

7 Fragen vor jedem Vertrag

  1. Läuft das Werbekonto auf meinen Namen? Die Antwort muss Ja sein. Du gibst der Agentur oder dem Freelancer nur Zugriff.
  2. Zahle ich das Budget direkt an Google? So siehst du jede Ausgabe und es gibt keine versteckten Aufschläge.
  3. Woran wird Erfolg gemessen? Gute Antworten nennen Anfragen, Kosten pro Anfrage oder Kunde und Umsatz. Klicks und Impressionen sind keine Ziele.
  4. Wer arbeitet konkret in meinem Konto? Und wie viel Erfahrung hat diese Person?
  5. Wie lange bin ich gebunden? Eine kurze Kündigungsfrist zeigt, dass jemand auf Ergebnisse setzt statt auf Verträge.
  6. Was bekomme ich jeden Monat zu sehen? Ein Bericht mit Zahlen und klaren nächsten Schritten, idealerweise ein Gespräch dazu.
  7. Was passiert bei einer Kündigung? Konto, Tracking und Daten bleiben bei dir, ohne Übergabegebühr.

Mein Fazit

Für viele KMU ist der beste Weg ein Mix: Ein Profi richtet Konto und Tracking sauber ein, und du verstehst, was passiert. Danach entscheidest du anhand der Zahlen, ob du selbst weitermachst oder die Betreuung abgibst. Wer schlecht startet, zahlt meist doppelt: zuerst für verschwendete Klicks, dann für den Neuaufbau.

Willst du wissen, wo dein Konto steht?

Im kostenlosen Ads-Check schaue ich mir dein bestehendes Konto oder deinen Plan an und sage dir ehrlich, ob du es selbst schaffst oder Unterstützung sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit brauche ich, um Google Ads selbst zu betreuen?

Für ein kleines Konto mit einer oder zwei Kampagnen etwa ein bis zwei Stunden pro Woche, sobald es läuft. Der Aufbau und das Lernen dauern am Anfang deutlich länger.

Ist eine Google-Partner-Agentur automatisch besser?

Nein. Der Google-Partner-Status zeigt, dass eine Agentur gewisse Ausgaben und Zertifizierungen erreicht. Über die Qualität der Betreuung oder die Profitabilität deiner Kampagnen sagt er wenig.

Was mache ich, wenn meine Agentur das Konto nicht herausgibt?

Läuft das Konto auf die Agentur, gehört es rechtlich meist ihr. Du kannst dann ein neues Konto eröffnen, verlierst aber die Historie. Kläre die Eigentumsfrage deshalb vor dem Start schriftlich.